Hochschulsteuerung und Wissenschaftsfreiheit

Essen, 11./12. Oktober 2018

Anmeldung

Anmeldungen werden bis zum 21. September 2018 erbeten.

Ziel und Inhalt der Veranstaltung

Durch Governancereformen des deutschen Hochschulsystems sind eine Fülle zuvor in der Ministerialverwaltung wahrgenommener Aufgaben auf die Hochschulen verlagert worden. Damit haben sich die Anforderungen an deren Selbststeuerungsfähigkeit enorm erhöht. Sie richten sich in erster Linie an die Hochschulleitungen, rücken damit aber zugleich auch das Spannungsfeld zu den Selbstverwaltungsorganen in den Blick. Denn Hochschulen sind Wissensorganisationen, deren Leitung zwar eine komplexe Managementaufgabe ist, die jedoch ohne eine angemessene Einbeziehung der Mitglieder nicht erfolgreich bewältigt werden kann.

Das Austarieren dieser beiden Seiten erfolgte zunächst durch die Landeshochschulgesetze mit einer deutlichen Stärkung der Leitungsorgane, was zu Befürchtungen einer Aushöhlung der Selbstverwaltung geführt hat. Unter Berufung auf das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit hat   deshalb die jüngste Verfassungsrechtsprechung die Selbstverwaltungsgremien und die Gruppe der Hochschullehrer gestärkt, was wiederum zur Kritik führt, nunmehr werde die Entscheidungsfähigkeit der Hochschulleitungen zu stark eingeschränkt. Wie ist vor diesem Hintergrund der Stand der Dinge und wie ist er im Hinblick auf die Selbststeuerungsfähigkeit der Hochschulen zu bewerten?

Die Tagung geht dieser für die Handlungsfähigkeit der Hochschulen bedeutsamen Frage unter normativen und empirischen Gesichtspunkten in vier Schritten nach:

Am ersten Tag soll zunächst das Verhältnis von Leitungstätigkeit, Wissenschaftsfreiheit und Partizipation aus einer verfassungsrechtlichen und einer sozialwissenschaftlichen Perspektive analysiert werden. In einem zweiten Block sollen sodann Strukturveränderungen betrachtet werden, die in dem US-amerikanischen Hochschulsystem und ansatzweise auch in Deutschland sichtbar und mit den derzeitigen Modi der Steuerung nicht mehr zureichend erfasst werden. Dabei soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, welche Herausforderungen diese Veränderungen mit sich bringen.

Am zweiten Tag soll die Praxis partizipativer Steuerung untersucht werden, indem einerseits Ergebnisse der einschlägigen Hochschulforschung und andererseits zwei Berichte aus der Praxis eines Rektors und eines Dekans diskutiert werden. Anschließend soll in einem zusammenwachsenden Europa ein „Blick über die Grenzen“ geworfen werden, bei dem der deutsche Rechtszustand mit dem ausländischer Systeme verglichen und zudem eine Österreichische Rektorin über die Leitungspraxis in ihrer Universität berichten wird.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

12.30 Uhr gemeinsamer Mittagsimbiss
13.00 Uhr Eröffnung und Begrüßung
Dr. Rainer Ambrosy, Prof. Ulf Pallme König
13.15 Uhr HOCHSCHULLEITUNG, WISSENSCHAFTSFREIHEIT UND PARTIZIPATIVES MANAGEMENT
Einführung und Moderation Prof. Dr. Lothar Zechlin

13.30 Uhr

 

Das Verhältnis von Steuerung, Freiheit und Partizipation aus verfassungsrechtlicher Sicht
Prof. Dr. Ute Mager 

14.15 Uhr Das Verhältnis von Steuerung, Freiheit und Partizipation aus Sicht des New Public Management
Prof. Dr. Jörg Bogumil
15.00 Uhr Kaffeepause
15.30 Uhr STRUKTURVERÄNDERUNGEN IM HOCHSCHULSYSTEM - HERAUSFORDERUNGEN AN DIE STEUERUNG 
Einführung und Moderation Dr. Rainer Ambrosy 

15.45 Uhr

Strukturveränderungen im US-amerikanischen Hochschulsystem   
Prof. Dr. Liudvika Leisyte 
16.45 Uhr (bis 18.00 Uhr) Strukturveränderungen im deutschen Hochschulsystem
Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Manfred Nettekoven
19.30 Uhr gemeinsames Abendessen

 

Freitag, 12. Oktober 2018

Moderation   Dr. Waltraud Kreutz-Gers

8.30 Uhr    

FORMEN DER PARTIZIPATION IM HOCHSCHULBEREICH 
Einführung und Moderation
Prof. Ulf Pallme König
08.35 Uhr Erkenntnisse der Hochschulforschung zum Leitungsverhalten  
Prof. Dr. Eva Barlösius, Dr. Nadja Bieletzki
09.30 Uhr Beiträge aus der Leitungspraxis eines Rektors und eines Dekans
Prof. Dr. Lambert Koch, Prof. Dr. Nicolas Wernert
10.45 Uhr Kaffeepause
11.10 Uhr

EIN BLICK ÜBER DIE GRENZEN
Einführung und Moderation
Prof. Ulf Pallme König

11.15 Uhr

Wissenschaftsfreiheit und Steuerung im Rechtsvergleich
N.N.

12.00 Uhr Wissenschaftsfreiheit und Steuerung in der Praxis einer österreichischen Universität
Dr. Elisabeth Freismuth 
12.45 Uhr Schlussbemerkung
Prof. UIf Pallme König
13.00 Uhr gemeinsamer Mittagsimbiss

Prof. Ulf Pallme König
Kanzler a.D., Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Prof. Dr. Detlef Müller-Böling
Rektor a.D., Universität Dortmund

Prof. Dr. Lothar Zechlin
(Gründungs)rektor a.D., Universität Duisburg-Essen

Tagungsort

Universität Duisburg-Essen
Glaspavillon
Universitätsstr. 12 | 45141 Essen

 

Teilnahmebeitrag

300,- EUR
250,- EUR, sofern eine Institution zwei oder mehr Teilnehmer_innen entsendet
200,- EUR für Vereinsmitglieder

Die Rechnung liegt der Tagungsmappe bei. Im Falle einer Absage der Teilnahme wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben, sofern kein_e Ersatzteilnehmer_in benannt wird. Sie beträgt 20 % des Teilnahmebeitrags bei einer Absage bis zum 04. Oktober 2018 und bei einer späteren Abmeldung bzw. Nichterscheinen 50 % des Teilnahmebeitrags,     

 

Unterbringung

Es steht ein Zimmerkontingent unter dem Stichwort „Wissenschaftsrecht“ zur Verfügung
(Preis inkl. Frühstück):

Select Hotel Handelshof
Am Hauptbahnhof 2
45127 Essen
Tel: + 49 201 246 85 300
Fax.: +49 201 246 85 399
handelshof@select-hotels.com
www.select-hotels.com
EZ 99,00 EUR